Waldbröler Musiksommer 2009

Sonntag      05.09.2009  / 20.00 Uhr
Konzert mit Stefan Sell, "Extravaganzas for guitar"

 

Stefan Sell - ...mit neuem Programm 2009

extravaganzas for guitar! [ Video: Live Konzert / Berlin ]

Stefan Sell - Gitarrist

Fotos: Norbert Sell, www.sell-media-company.de

 

Die Presse nennt ihn "einen der renommiertesten Gitarristen der Szene" und schwärmt von seinem „Gitarrenspiel in vollendeter Perfektion“.

So hat man klassische Gitarre noch nicht gehört: Bach goes flamenco!

Es rockt, grooved & swingt.

Der Ausnahmegitarrist Stefan Sell gilt als Könner musikalischer Grenzüberschreitung. [ Video: Live Konzert / Berlin ]

 

Ihm gelingt es in seinen Kompositionen verschiedenste Musikwelten virtuos und jenseits aller Konventionen zu verbinden. Sell wechselt mit beseelter Dynamik von stillen Miniaturen zur orchestralen Klangfülle und überzeugt voller Poesie in allen Facetten. Seine Musik berührt und hat genau den Drive, der in Herz und Seele strömt. Kaum zu glauben, dass hier einer alles gleichzeitig auf einer Gitarre zelebriert: perkussives Spiel, satte Bassläufe, rasante Harmoniewechsel und wunderschöne Melodien. Stefan Sell, Jahrgang 1959, lebte in Köln bevor er mit seiner Familie in ein altes Bauernhaus nahe Nürnberg umzog. Ausgezeichnet mit einem Komponistenpreis gastierte er auf der Kulturolympiade mit der Formation „fuegos de la miel“ während der olympischen Spiele in Barcelona. Für den Schott-Verlag gibt er „das Schul-Liederbuch“ heraus und verfasste eine Gitarrenschule über spanische Musik.

 

Beeinflusst von Pierre Schaeffer und John Cage ist Sells bisher aufwendigste Komposition „Habusake im Sternensand von Taketomi“. In den neunziger Jahren war er Chefredakteur des Kulturmagazins „foglio“. Neben seinen zahlreichen Solokonzerten konnte man ihn zuletzt gemeinsam mit dem Rezitator Lutz Görner auf Deutschlandtournee erleben. Zum aktuellen Programm „extravaganzas for guitar!“ sind die beiden Solo-CDs „Tristan Y Sol“ und „Coup de Cœur“ erschienen.   [ Video: Live Konzert / Berlin ]


 

Pressestimmen:

"Gitarrenspiel in vollendeter Perfektion"
(Westdeutsche Zeitung)

"einer der renommiertesten Gitarristen der Szene"
(VIA MUSICA, Deutsche Kammerakademie)

"hervorragend auf der Gitarre"
(Westdeutsche Zeitung)

 

"Die Seele findet nach Hause"
(Schwäbische Post)

 

„Wenn der Ausnahmekünstler Stefan Sell seine Kompositionen auf der Konzertgitarre zelebriert, dann ist das ein Erlebnis ersten Ranges.

Sell gilt als Könner künstlerischer Grenzüberschreitung.“

(Schott Musik International, Musikmesse Frankfurt)

 

„ … Stefan Sells Kompositionen, die mit Leidenschaft, Inbrunst und mit einem technischen Schwierigkeitsgrad in Erstaunen versetzen, der eines Niccolo Paganini würdig ist.

 

Vom Tango über Fandango, vom Samba bis zur Bachbearbeitung, mit lateinamerikanischen, spanisch-portugiesischen Rhythmen, perlenden Kaskaden von virtuosen Harmonien und unglaublich fingerfertigen

Läufen -, die konzertante Prägnanz und solistische Präsenz, die alle Möglichkeiten und Raffinessen der Gitarre demonstrierte, war für die vielen Besucher der außergewöhnlichen Veranstaltung im Coburger Contakt wie ein „Wunder“.“

(Neue Presse Coburg)

 

weitere Infos: www.stefansell.com  Live: Videoclip hier!

Kontakt: Tel.: 09107 - 997989, Email: info@stefansell.com


Interview zur neuen Solo-CD „Coup de Cœur“      

des Musikers, Komponisten und Autoren Stefan Sell

 

Sigrid Berner: Wenn ich Ihre neue CD „Coup de Cœur“ höre, dann höre ich eine wunderschöne Musik, auch in den rauen, dissonanten Passagen. Ihr Gitarrenspiel zeichnet sich durch eine eigene Handschrift aus, hat etwas bislang Ungehörtes. Doch alles in allem ist Ihre Musik doch nicht wirklich neu? Es klingt als hätten Sie aus den unterschiedlichsten Quellen geschöpft.

 

Stefan Sell: Ja, das ist richtig. Wer glaubt etwas Neues schaffen zu können, der leidet unter Quellenamnesie. Sehen Sie, die Fortbewegung als solches ist bereits erfunden. Wenn heute eine neue Idee auf den Markt kommt, dann beschäftigt sie sich mit dem Wie und dieses Wie verändert sich ständig und hängt von der jeweiligen Betrachtungsweise ab und die ist bei jedem Menschen ganz individuell, besser gesagt die Möglichkeit einer eigenen Betrachtungsweise ist einzigartig, ob sie dann im Einzelfall auch entwickelt wird, steht auf einem anderen Blatt. Jemand, der ein Buch schreibt und noch kein anderes gelesen hat, muss aufgrund seines Informationsmangels schon glauben, das wäre absolut neu.

 

Berner: Heißt das, das Berührende an Ihrer Musik ist Ihr Bewusstsein der Wurzeln?

 

Sell: Das Neue stammt immer aus einer Tradition, wird „geschöpft“ und ich setze diesen Wort in Anführungszeichen, um es in der Bedeutung hervorzuheben, „geschöpft“ aus etwas, was schon da ist. Das Interessante ist, was ich dabei hervorhole und in welches Licht ich es dann stelle. Und das Archaische, das Originäre birgt immer auch eine Seele und eine Seele berührt die andere.

 

Berner: Es sind viele Anklänge zu finden, Ihre stilübergreifende Arbeitsweise scheint ja selbst schon ein eigener Stil zu sein, Sie gelten als Könner künstlerischer Grenzüberschreitungen. Laufen Sie nicht Gefahr, sich dem Vorwurf der Beliebigkeit, bzw. Gefälligkeit ausgesetzt zu sehen?

 

Sell: Ich bin kein Eklektiker, der eine beliebige Melange anzubieten hat, nein, ich sehe da eher eine Symbiose, die die unterschiedlichen Genres eingehen können. Meine jahreslanges experimentieren mit Musik überhaupt, hat mir gezeigt, dass es so was wie einen gemeinsamen Nenner zwischen den Epochen und Kulturen gibt, was ja logisch ist, da es sich immer um Menschen handelt, die etwas Kreatives hervorbringen. Das allein ist ja schon, das Unübersehbare, die größte Gemeinsamkeit. Doch wenn man zum Beispiel chinesische Chen-Musik nimmt, die sich auf eine 4000jährige Tradition berufen kann und stellt eine Einspielung eines Stückes, sowie ich es mal für eine Radiosendung gemacht habe, einem Stück amerikanischer Slidegitarre, die vielleicht eine knapp 200jährige Tradition aufweist, gegenüber, dann stelle ich fest, da gibt es eine Gemeinsamkeit, ein Gleiches im Ungleichen. Und wenn ich dann ohne Schnitt und Sampletechnik zwei unterschiedliche Einspielungen unverändert ab einem gewissen Punkt parallel laufen lasse, dann klingt das so, als hätten die beiden tatsächlich zusammen gespielt, einander zugehört und geantwortet. Da, wo vorher Welten zwischen lagen, ist jetzt eine Gemeinsamkeit, etwas Verbindendes zu erkennen.

 

Berner: Zum Titel Ihrer neuen CD, coup de cœur ist doch im Französischen so was wie eine Bezeichnung für die eigenen favorites, ob das nun beim Essen, der Kleidung oder sonst was ist. Wie sind Sie darauf gekommen?

 

Sell: coup de cœur ist etwas Persönliches, also etwas, was ich persönlich bevorzuge, etwas, was für mich das Beste ist und nicht getopt werden kann, ja, wie zum Beispiel eine Lieblingsspeise, auf eine ganz besondere Art zubereitet, vielleicht mit einer ganz besonderen Erinnerung verknüpft. Das hat dann nicht den Anspruch von einem 6 Sterne-Koch zu kommen (lacht), aber es ist in seiner Eigenheit klasse. Ich glaube mir ist mit der neuen CD, noch konsequenter als auf dem Vorgänger „Tristan Y Sol“, gelungen, einen bestimmten Klang zu erzeugen, so Gitarre zu spielen, wie ich es als kleiner Junge schon immer hören wollte. Das heißt ich musste mich erst mal davon lösen, wie ich spielen sollte, im Sinne von höher, schneller, weiter. So was trägt man lange mit sich rum, wenn man ein Instrument lernt und spielt. Vielmehr hieß es für mich, wieder auf die innere Stimme zu hören, sich an den Grund zu erinnern, weshalb ich überhaupt angefangen habe zu spielen.

[ Homepage des Gitarristen Stefan Sell  [ Video: Live Konzert / Berlin ]